Soziale Arbeit

Bedürfnisorientierung und Akzeptanz: Ambivalenzen und Grenzen der Freiwilligkeit?

Mein Beitrag zum Sammelband „Streetwork und Aufsuchende Soziale Arbeit im öffentlichen Raum“ ist soeben erschienen.

Die Begriffe Akzeptanz und Bedürfnisorientierung sind kaum aus dem Vokabular der Aufsuchenden Sozialen Arbeit wegzudenken. Dabei haftet den Begriffen durchaus etwas Schwammiges und wenig Eindeutiges an, sodass für deren praktische Anwendung eine vertiefte Auseinandersetzung und die Interpretation im jeweiligen praktischen Kontext unumgänglich sind.

Unter Bedürfnisorientierung und Akzeptanz wird in der Praxis sowohl auf berufsethische Grundlagen wie auch auf methodische Zugänge verwiesen. Bei genauer Betrachtung der Konzepte wird jedoch rasch deutlich, dass sowohl Bedürfnisorientierung wie auch die akzeptierende Haltung konzeptionell wenig vertieft sind. So kann Bedürfnisorientierung und Akzeptanz mehr als eine Gegenposition zur Vereinnahmung und Instrumentalisierung durch Ordnungs- und Sicherheitspolitik, denn als eine ausformulierte und fundierte Arbeitsweise gesehen werden. Dabei droht vergessen zu werden, dass Bedürfnisse nicht einfach abgefragt werden können, sondern in intensiver Arbeit gemeinsam mit Klient*innen erarbeitet werden müssen.

Wyss, A. (2020). Bedürfnisorientierung und Akzeptanz: Ambivalenzen und Grenzen der Freiwilligkeit? In M. Diebäcker & G. Wild (Hrsg.), Streetwork und Aufsuchende Soziale Arbeit im öffentlichen Raum (S. 217–228). Springer Fachmedien Wiesbaden.

https://link.springer.com/chapter/10.1007/978-3-658-28183-0_14